Meilensteine der SPD in Bomlitz

1903 -- SPD-Erfolge trotz Behinderung
Der damalige Landrat Weyersberg fordert zur anstehenden Reichstagswahl den Gemeindevorsteher von Kroge in einem Brief auf, in seinem Ort Informationsmaterial gegen die Sozialdemokratie zu verteilen.
Diese Aufforderung zeigt Wirkung: Im Schnitt gewinnt die SPD in der Region Bomlitz 7,2 %, nur in Kroge und Bommelsen verliert sie 6,3 %.
Der Brief befindet sich im Original im Gemeindearchiv. Er ist der älteste Hinweis auf die Existenz der Sozialdemokratie in den Orten der heutigen Gemeinde Bomlitz.


1924 -- Eggersglüß wird Uetzinger Gemeindevorsteher
Bei den Gemeinderatswahlen am 04.05.1924 kandidieren für die Liste der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei in Uetzingen Willi Eggersglüß, Richard Liebenow, Georg Eickhoff, Hermann Meyermann sen., Ernst Homann und die Herren Benste und Gehrke.
Die SPD erhält 57,9 % und damit 4 von 7 Sitzen. Willi Eggersglüß wird am 01.10.1924 zum Uetzinger Gemeindevorsteher gewählt. Er ist damit der erste sozialdemokratische Amtsträger in den Orten der heutigen Gemeinde Bomlitz.


1928 -- Gründung der Gemeinde Bomlitz
Am 01.10.1928 wird aus dem Gutsbezirk Bomlitz und dem Staatsforst Wisselshorst die Gemeinde Bomlitz. Sie hat zu diesem Zeitpunkt 1.600 Einwohner.
Postamt und das Bürgermeisteramt werden im neugebauten Warengeschäft gegenüber der Werksmauer (neben der Kreissparkasse) untergebracht.
Bei der Gemeinderatswahl am 30.11.1928 werden Hans Wolff, Willi Hille, Fr. von Guldenfeldt, Fritz Meyer, Ludwig Gaede, Fritz Paasch, Heinrich Elling, Georg Staschen, Hermann Wülfrath, Fritz Bartels, Otto Schumann und Richard Weingand in den Rat gewählt. Fritz Meyer und Fritz Paasch gehören der SPD an, Gemeindevorsteher wird am 20.12.1928 Hermann Wülfrath.


1933 -- Hitler wird Reichskanzler
Paul von Hindenburg ernennt am 30.01.1933 Hitler zum Reichskanzler.
Einen Monat später wird der Berliner Reichstag in Brand gesteckt. Am 23.03.1933 beschließt der Reichstag gegen die Stimmen der SPD das Ermächtigungsgesetz. Damit ist die Demokratie in Deutschland zerstört und eine Diktatur errichtet.
Die SPD wird drei Monate später verboten. Die SPD-Mandatsträger werden aus den Gemeinderäten entfernt. Zwei Jahre später werden die Gemeinderäte und die kommunale Selbstverwaltung insgesamt abgeschafft.


1945 -- Briten befreien die Heide-Region
Nach zwölf Jahren Tyrannei endet die Nazi-Herrschaft für Deutschland und die Welt in einer Katastrophe.
Die Menschen in der Region Bomlitz und die Zwangsarbeiter der Eibia werden am 16.04.1945 von der britischen Armee befreit. Die Gefallenen dieses Tages sind in Jarlingen und auf dem Borger Friedhof beigesetzt.
Die britische Militärregierung setzt im Sommer 1945 den Lehrer Ludwig Gaede als Ortsverwalter für den Bereich Bomlitz, Benefeld und Westerharl ein. Gaede war in Bomlitz bis 1935 im Gemeinderat, bis auch ihm von den Nazis das Mandat entzogen wurde.


1961 -- Willy Brandt besucht Bomlitz
Am 14.07.1961 besucht Willy Brandt, Regierender Bürgermeister von Berlin, die Gemeinde Bomlitz auf seiner "Reise der Begegnung" und hält vor dem Haupttor der Firma Wolff & Co. eine Rede.
In der Walsroder Zeitung wird einen Tag später berichtet: "Fahnen, Beifall und herzliche Worte für Willy Brandt. Der Regierende Bürgermeister wurde auch in unserem Kreis mit Sympathiebekundungen gefeiert - Bomlitz schoß den Vogel ab".


1964 -- Helmut Schlüter wird Bundestagsabgeordneter
Helmut Schlüter aus Bomlitz rückt über die niedersächsische Landesliste für die SPD in den Bundestag nach. Er ist zu diesem Zeitpunkt 39 Jahre alt, Kreistagsabgeordneter, stellvertretender Landrat, Ratsmitglied in Bomlitz, Vorsitzender der SPD in Soltau-Fallingbostel und in Bomlitz und Vorsitzender des Betriebsrats von Wolff & Co. Walsrode. Helmut Schlüter ist die prägende Persönlichkeit in Bomlitz in den 50er und 60er Jahren.
Helmut Schlüter stirbt am 07.04.1967 bei einem tragischen Autounfall. In der Walsroder Zeitung steht: "Die Lücke, die sein plötzliches Hinscheiden verursachte, sie wird kaum zu schließen sein."


1968 -- Gebietsreform schafft Einheitsgemeinde Bomlitz
Die Gemeinden Benefeld, Bomlitz, Borg mit Cordingen und Uetzingen mit Elferdingen und Wenzingen schließen sich im Rahmen der Gebietsreform am 01.07.1968 zur Gemeinde Bomlitz zusammen. Bis zur Kommunalwahl ist Paul Hoffmann, SPD-Bürgermeister in Benefeld, Interimsbürgermeister der neugebildeten Gemeinde. Gemeindedirektor wird Oswald Narjes aus Bomlitz, sein Stellvertreter Richard Ronge aus Benefeld.


1973 -- SPD in Bomlitz und Benefeld vereinigt sich
Die SPD-Ortsvereine Bomlitz und Benefeld vereinigen sich am Freitag, dem 13. April 1973. Der neue Ortsverein hat 220 Mitglieder und ist der stärkste im Landkreis Fallingbostel.
Neuer Vorsitzender der SPD Bomlitz wird Karl-Heinz Winter.


1998 -- Michael Lebid wird Bürgermeister
Michael Lebid wird am 01.03.1998 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Bomlitz gewählt. Er erhält 54,9 % der Stimmen und löst damit sowohl Brigitte Jankowski als ehrenamtliche Bürgermeisterin als auch Alfred Rathjen als Gemeindedirektor ab.
Im gleichen Jahr löst Gerhard Schröder mit einer rot-grünen Regierung Helmut Kohl nach 16 Jahren als Bundeskanzler ab.
Mit 56,3 % bei den Bundestagswahlen und 57,0 % bei den Landtagswahlen sowie dem Sieg bei den ersten Bürgermeisterwahlen ist es für die SPD in Bomlitz das beste Wahljahr ihrer Geschichte.


2003 -- Die SPD ist die führende politsche Kraft in Bomlitz
100 Jahre nach dem ersten Hinweis auf die Sozialdemokratie in der Region Bomlitz kann die SPD heute auf eine bewegte, aber erfolgreiche Geschichte zurückblicken.
"Bomlitz - hier lässt's sich leben!" ist auch heute noch das Motto der SPD in Bomlitz. Beachtliches wurde hier für die Bürgerinnen und Bürger erreicht. Die Bürgernähe zahlte sich über die Jahrzehnte aus und machte Bomlitz für die SPD zum "Dortmund in der Heide".

Drachenfest, Schlachteplattenfest, SPDienstag, "SPD vor Ort", Freizeitfahrten, Workshops, das Infoblatt "Schlaglicht" und vieles mehr - die SPD ist am Ball und vergisst nicht, wofür Politik damals wie heute gedacht ist:


Die Lebensverhältnisse der Menschen und der nächsten Generation in unserer Gemeinde nachhaltig, sozial und gerecht zu verbessern.