Unser Ernie Krause - Schlaglicht 12/2005

Hallo, hier ist Euer Ernie,

Leute, die Weihnachtsmärkte werfen ihre Schatten voraus. Die ganzen Weihnachtsessen mit Gänsebraten und Grünkohl, danach ein oder zwei Verdauungsschnäpschen, weil die Menüs ja immer so fettig sind. Und am Horizont schon das alljährliche Januar-Fasten, weil die Jeans eng geworden ist. Am schönsten ist dann immer meine Else: „Ich versteh’ das nicht, im Geschäft hat alles noch gepasst. Haben die etwa die falsche Größe in die Klamotten genäht?!“ Ich habe mir abgewöhnt, so etwas zu kommentieren.

Auch in der Gemeinde gibt es „bahnbrechende“ Dinge, meint mein roter Schwager. Eines ist der Rathaus-Anbau, der sieht ja richtig gut aus. Etwas kleiner hätte es sein können, hab’ ich ihm gesagt. Daraufhin hat er mir in seiner oberlehrerhaften Art von den Problemen im alten Rathaus erzählt.

Erstens gibt es keinen behindertengerechten Zugang zu den Ebenen, zweitens kein Trauzimmer, kein Beratungszimmer und keine vernünftigen Toiletten. Und drittens muss ein Rathaus ja auch nach ’was aussehen, und, und ... da hab’ ich ihn schnell unterbrochen und ihm recht gegeben.

Bevor er mir dann noch vom Gemeindehaushalt erzählte, hab ich ihm schnell einen ausgegeben. Im Augenblick sieht er mit seiner roten Frostnase aus wie der Nikolaus, ich glaub’, ich schenke ihm noch eine rote Zipfelmütze, damit er sich nicht noch einen wegholt, die brauchen ihn ja noch in der letzten Ratssitzung vor dem Fest.

Überhaupt das Wetter. Kaum hatten Else und ich das Laub geharkt, kommt der erste Schnee. Für die Weihnachtsmärkte und die Kinder sicher eine Freude, aber für mich, als oberster Schneeräumer kam er deutlich zu früh. Ich hatte meinen Schneeschieber noch nicht bereit und meine lange Unterhose noch nicht parat.

Aber Weihnachten im Schnee wär’ ja ’mal ’was! In diesem Sinne ein frohes Fest und ein gutes Wahljahr 2006.

Euer Ernie