Unser Ernie Krause - Schlaglicht 03/2006

Hallo, hier ist Euer Ernie,

Aschermittwoch kommt und die Fastenzeit auch. Da sollte man sich an alte Tugenden erinnern. Wie ich darauf komme, kann ich Euch erklären.

Mein Schwager, ihr wisst schon, der „Rote“ in der Familie, ist ja eigentlich ’ne Frohnatur, aber neuerdings ist er immer so seltsam deprimiert. Beim Thema Schulsportanlage und Waldstadion kriegt er von allen Seiten Feuer. Die Schule sagt, sie wartet schon ewig auf eine Sportanlage, der Sportunterricht sei bei der Entfernung zum Stadion eigentlich mehr ein Wandertag. Der Sportverein sagt, er braucht das Waldstadion, sonst geht angeblich gar nichts mehr. Und einer von der Kreis-CDU sagte in der Zeitung, sein Laden würde der Schulanlage nur zustimmen, wenn das Waldstadion nicht mehr genutzt werden würde.

Andererseits, wenn eine Schulsportanlage gebaut und das Waldstadion weiter bestehen würde, hätten wir so viele Sportplätze wie normalerweise Städte mit 25.000 Einwohnern. Nur dass die Hälfte eigentlich nicht gebraucht wird. Egal wie mein Superschwager sich also entscheidet, bei dem Spiel kriegt er immer einen auf die Mütze und keiner kann gewinnen. Arme rote Schwagersocke, wo er doch so gern auf die Schulter geklopft bekommt!

Und dann erzählt er mir noch, dass die Ortsmitte demnächst so aussieht wie in dem Western mit Gary Cooper. Ihr wisst schon, wo der um 12 Uhr mittags auf die Straße geht (allerdings nicht um zu streiken) und dieses Wüstenkraut durch die Gegend fliegt. Meine Else würde das bestimmt toll finden, die mag den Gary Cooper so gerne. Ich glaube, der werde ich lieber noch ’mal erzählen, worum es da genau geht.

Ihrem Bruder werden wir zur Aufmunterung schwören, dass wir ihn bei der Gemeinderatswahl wählen werden. Dann freut der sich und heult mir vielleicht nicht mehr die Ohren voll.

Bis demnächst und schöne Grüße
von Eurem Ernie